„Die Gewaltdelikte erschrecken.“

OBERNDORF AM LECH

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„Die Gewaltdelikte erschrecken.“, steht in der Pressemitteilung, der Polizei Rain zum Oberndorfer Faschingsumzug am gestrigen Faschingsdienstag (13.02.2018). Der Umzug in Oberndorf war gut mit ca. 5.000 Personen gut besucht. Der Faschingsclub Oberndorf e. V., die Freiwillige Feuerwehr, das Technische Hilfswerk, die Johanniter und die Polizei können auf einen „Lechexpress“ ohne Zwischenfälle zurückblicken. Allerdings – wie auch schon in Genderkingen – wurde die Abendveranstaltung beim Gasthof ehemals „Zur Krone“ in Oberndorf zum Schauplatz vieler körperlicher Auseinandersetzungen.

Ein 18-Jähriger fing gegen 18:00 Uhr an zu randalieren. Er schlug gegen Autos, schrie laut herum und pinkelte an eine Mauer. Als ihn ein 24-jähriger Rettungssanitäter ansprach, schubste und bedrohte er diesen. Der Sicherheitsdienst konnte den Mann zu Boden bringen. Nun versuchte der Randalierer seine Kumpels aufzustacheln. Die hinzugerufene Polizei nahm den Mann  in Gewahrsam. Während der Fahrt zur Dienststelle kam es zu massiven Widerstandshandlungen und Angriffen auf die Beamten. Ein Beamter erlitt eine nicht unerhebliche Risswunde an der Hand. Bei der Durchsuchung der Person wurde noch eine Farbkopie eines 500-Euro-Scheins gefunden. Letztlich wurde der junge Mann in den Arrest nach Augsburg verbracht. Ihn wird wohl eine empfindliche Strafe erwarten. Mit übermäßigem Alkoholgenuss wird er sich allerdings nicht herausreden können; ein Test führte zu einem Ergebnis um die 0,5 Promille.

Bereits um 16:25 Uhr fiel ein 26-Jähriger mit einer echten Polizeijacke und Polizeimütze mit Amtsabzeichen auf. Diese Verkleidung bringt ihm ein Verfahren des Missbrauches von Titeln ein.

Um 21:00 Uhr geriet ein 17-Jähriger an einen gleichaltrigen jungen Mann. Nach Streitigkeiten kam es zu wechselseitigen Faustschlägen. Einer der beiden trug eine blutige Lippe davon. Der andere war verschwunden, konnte aber schnell ermittelt werden.

Zehn Minuten später meldete ein Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens einen 26-jährigen jungen Mann, der gemütlich einen Joint rauchte, dies auch sofort einräumte, mit der Bemerkung, dass 2018 ja sowieso jeder kiffen würde.

Die nächste wechselseitige Körperverletzung dann um 23:00 Uhr: Ein 16-Jähriger geriet mit einem 20-Jährigen in Streit. Der Ältere hatte dann eine Platzwunde über der Nase, der Jüngere Schürfwunden an der Hand.

Im Laufe der Nacht wurde noch bekannt, dass ein Unbekannter eine fünf mal fünf Zentimeter große Delle in einen geparkten Rettungswagen schlug, Schaden ca. 500 Euro.

Vermutlich auch gegen 23:00 Uhr hat ein 18-Jähriger einem 20-Jährigen eine Kopfnuss verpasst und dann noch weiter geschlagen. Ein abgebrochener Schneidezahn war die Folge.

Damit nicht genug: Gegen 23:30 Uhr verpasste ein bereits an diesem Abend aufgefallener 17 Jahre alter Mann einem 18-Jährigen einen Kopfstoß ins Gesicht. Die Beteiligten hatten hier um die 2,0 Promille Alkohol im Blut.

Seitens der Polizei heißt es abschließend: „Ebenso gingen noch Anzeigen von der Abendveranstaltung aus Genderkingen ein. Die Abarbeitung der Zwischenfälle während der Faschingssaison wird die Polizei in Rain noch einige Zeit beschäftigen. Es stimmt nachdenklich. Die Faschingsvereine hielten ihre „Bunten Abende“ ab, Gardetreffen. Hier lief alles friedlich ab – Fasching wie er sein soll. Nach den Umzügen kam die Randale.“