#ZEUGENSCHUTZPROGRAMM – Grundordnung

Der Freitag hat eigentlich ganz normal begonnen. Übermüdet aufgestanden, nach dem dritten Kaffee die Sprache und auch den eigenen Namen wiedergefunden,  doch dann… Man unterhält sich nett mit den Kollegen, während sich das Thema auf einmal dem “Zustand der Wohnungen“ nähert. Ich rühre noch den Zucker in den vierten Kaffee, als sich plötzlich ein Kollege zu Wort meldet. Er, 27, Single. „Eine gewisse Grundordnung sollte man in der Wohnung schon haben, falls mal überraschend Besuch kommt…“ Im ersten Moment noch zustimmendes Nicken (zu mir kommt ja Gott sei Dank niemand), doch dann nimmt mein Ohr die zweite Hälfte des Satzes wahr „… ich müsste auch mal wieder die Schränke wegrücken, da liegt bestimmt Staub.“

Mein Kaffee zersetzt sich in der Luftröhre, während ich hustend versuche meinen schlechten Humor spielen zu lassen. „Rutscht dein Besuch immer zum Staubfressen hinter die Schränke? Versuch‘s doch mal mit Kuchenbacken *haha*.“  Doch dann trifft es mich mit aller Macht: Das schlechte Gewissen. Grundordnung…

Das letzte Mal als ich versucht habe meine Wohnung zu putzen, hat mein Staubsauger hustend das eben Inhalierte wieder von sich gegeben. Der Beutel war höchstens erst zwei Jahre drin. Da passt heutzutage auch nichts mehr rein. Der Wischmop hat es mir mit einem Mordversuch gedankt. Nein, ich werde hier nicht weiter ausführen wie man es schafft sich mit einem Wischmop und der Wäscheleine zu erdrosseln.

Während ich noch wechselnd mein schlechtes Gewissen pflege und mir gleichzeitig schwöre mit diesem Kollegen kein Wort mehr zu sprechen (bei den Ansichten?!?), fällt es mir zum Glück wieder ein. Ich bin ja total unschuldig, dass meine Wohnung so ein bisschen chaotisch ist:

Meine Grundordnung ist aus Sicherheitsgründen im #ZEUGENSCHUTZPROGRAMM