MEITINGEN / WALTERSHOFEN

Feuerwehr – 24-Stunden-Jugend-Einsatzübung

Wer sich am vergangenen Wochenende (29.07.2017, 30.07.2017) über das erhöhte Einsatzaufkommen der Freiwilligen Feuerwehr in der Marktgemeinde Meitingen gewundert hat, kann an dieser Stelle beruhigt durchatmen. Im Rahmen der durch die Jugendfeuerwehren Waltershofen und Meitingen durchgeführten 24-Stunden-Einsatzübung konnten acht „Einsätze“ realistisch abgearbeitet werden.

Theorie und Praxis

Zu Beginn wurden die Jugendlichen auf den Feuerwehrwagen geschult und konnten bei der theoretischen Fahrzeugkunde das Meitinger Equipment kennenlernen. Bereits eine Stunde später tönte das Alarmsignal durch die Fahrzeughalle und die Floriansjünger wechselten in Windeseile ihre gemütliche Kleidung gegen den Feuerwehrschutzanzug. Gemeldet wurde ein angenommener Brand am Feuerwehrgerätehaus in Waltershofen, welcher durch die professionell aufgebaute Löschwasserversorgung schnell gelöscht werden konnte.

Kurzer Grillspaß

Zurück am Feuerwehrhaus stand der gemütliche Teil an. Bei selbstgerillten Burgern und Lagerfeuer lernten die Mädchen und Jungen sich näher kennen. Doch die Ruhe hatte bereits um 20:00 Uhr ein jähes Ende. Der Alarmton dröhnte durch die Halle und schon stand der nächste Einsatz an. Ein Pkw sei verunfallt und zwei Personen darin eingeklemmt. Die „Großen“ übten mit den Aktiven das Retten mittels schwerem Gerät, die „Kleinen“ unterbauten das Auto und stellten die Lichtversorgung für die bevorstehende Dämmerung sicher.  Kommandant Robert Scherer erläuterte dabei, dass eine kontinuierliche Patientenbetreuung trotz der technischen Möglichkeiten, die eine Feuerwehr zu bieten hat, keinesfalls außer Acht gelassen werden darf, da im Mittelpunkt des Handelns immer der Patienten steht.

Fehlalarm

Bereits zwei Stunden später wurden die Jugendlichen erneut gefordert. Gemeldet wurde eine eingelaufene Brandmeldeanlage in der Meitinger Schloßstraße. Der Einsatzort wurde mit mehreren Trupps erkundet und es stellte sich heraus, dass in diesem Fall kein aktives Eingreifen der Jugendlichen notwendig war.  Dies nutzten die Mitglieder der aktiven Wehr um die Funktionsweise der Brandmeldeanlage und die Alarmierungsketten, die dadurch hervorgerufen werden, zu erklären und auf das richtige Vorgehen im Ernstfall einzugehen.

Keine ruhige Minute

Die Jugendlichen machten es sich vor dem Lagerfeuer wieder gemütlich oder entspannten im aufgebauten Bettenlager. Kurz nach Mitternacht ertönte jedoch wieder die Sirene im Feuerwehrhaus und die Nachtruhe musste unterbrochen werden. Personen befanden sich unerlaubterweise in der Meitinger Mittelschule. Unklar war, wie viele Personen sich im Gebäude befanden. Die Floriansjünger durchkämmten mit mehreren Trupps das Objekt und konnten nach einer Stunde Entwarnung geben. Drei Personen hatten sich versteckt und mussten nach draußen begleitet werden. Personensuchen stellten sich bis zu diesem Zeitpunkt die Jugendlichen als ein lustiges Versteckspiel vor, doch durch die Übung merkten die Nachwuchskräfte, dass eine Personensuche mit äußerster Sorgfalt durchgeführt werden muss, um nicht versehentlich an den Personen vorbeizulaufen.

Nachtruhe?

Wieder zurück im Feuerwehrgerätehaus nutzen die Jugendlichen das Bettenlager. Doch wie ein Sprichwort sagt, fängt der frühe Vogel den Wurm. So wurde die Nachtruhe in den frühen Morgenstunden durch einen erneuten Einsatz jäh beendet. Ein Fahrradfahrer habe sich am Lechkanal  durch einen Sturz verletzt und benötige Erste Hilfe. Dies übernahmen die Älteren der Jugendfeuerwehr wohingegen die Jüngeren die Zeit vertrieben, indem sie sich eine Schaukel mit den auf dem Fahrzeug verladenen Materialien zu bauen.

Schwieriger Patiententransport

Nach einem gemeinsamen Frühstück mussten auch schon wieder die Jogginghosen gegen die Schutzausrüstung getauscht werden. Eine Person im 1. Obergeschoss musste schonend und in waagerechter Position nach unten befördert werden. Da das Treppenhaus aufgrund der baulichen Situation dies nicht ermöglichte, musste die Patientenrettung über den Balkon erfolgen. Hierbei kam die Steckleiter zum Einsatz, um dieser großen Herausforderung gerecht werden zu können.

Eingeklemmtes Kind

Doch damit nicht genug, musste auch schon kurze Zeit später der nächste Einsatz abgearbeitet werden. Ein Kind wurde durch einen Traktor-Schaufel eingeklemmt. Der Bulldog-Fahrer erlitt einen Schock. Das Kind musste mit technischem Gerät geborgen werden. Auch bei diesem Einsatzszenario wurde auf die Patientenbetreuung großer Wert gelegt.

Letztes Ausrücken

Gemeinsam im Feuerwehrhaus zurückgekehrt, kochten die Jugendlichen mit ihren Betreuern gemeinsam das Mittagessen und genossen die Sonnenstrahlen. Kurz vor Ablauf der 24 Stunden ertönte jedoch ein letztes Mal der Alarmton. Im Langenreichener Wald sei ein Wanderer circa zehn Meter in die Tiefe gerutscht.

Besonders hervorzuheben ist, dass bei allen Übungen die Einsatzleitung ein Jugendlicher bzw. ein junger aktiver Feuerwehrler übernahm, so dass die gesamten Einsätze durch die Jugendfeuerwehr bearbeitet wurden.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle den Betreuern, den Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Waltershofen und Meitingen sowie den Jugendwarten beider Wehren.