MEITINGEN.TV – man sieht sich… (wohl eher nicht mehr)

ÜBERREGIONAL

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Liebe Nutzer von MEITINGEN.TV,

nach fünf Jahren fällt es mir nicht leicht, das MEITINGEN.TV-Hemd am 1. Juni 2019 an den Nagel zu hängen. MEITINGEN.TV war für mich von Anfang an ein Projekt für die Menschen in und um Meitingen herum, mehr in Form von Bewegtbildern aus ihrer Heimat zu erfahren, als über die Medien, die sich bisweilen nur selten in unserer Region haben blicken lassen.

Seit 01.06.2014 sollte MEITINGEN.TV ein Bewegtbild-Format sowohl für private Nutzer, als auch als Präsentationsplattform für die vielen Unternehmen (egal welcher Größe) und Vereine vor Ort sein. Immer das Ziel vor Augen ein Schaufenster für neu Hinzugezogene zu sein, die erkennen sollten, was unsere Region alles an Attraktivem zu bieten hat.

Rückblickend muss ich leider erkennen, dass mich MEITINGEN.TV als Einzelperson, nicht nur tausende an privat investierten Euro, sondern auch viel Schweiß, harte Arbeit und einen Großteil meiner Freizeit gekostet hat. Viele wussten nicht, dass ich MEITINGEN.TV alleine produzierte, die täglichen Textberichte in der Mittagspause meines Hauptberufs in einer ganz normalen 40-Stunden-Woche tippte. Alles, um den Leuten in der Region etwas aus Ihrer Heimat zu bieten. Da es eben viele nicht wussten, ist dies auch kein Vorwurf. Es sieht aber auch niemand, wie viel Arbeit es macht, alleine, ohne eine Schar an Redakteuren, Kameraleuten, etc. die einen unterstützen, in den Abendstunden und an den Wochenenden zu recherchieren, zu drehen, zu schneiden, zu vertonen und online zu stellen.

Ab sofort werden daher hier keine weiteren Berichte eingestellt. Sowohl die Webseite, als auch die Mailadressen von MEITINGEN.TV werden zum 31.05.2019 gelöscht. Bis dahin sind die Social Media-Kanäle wie Facebook, YouTube, Instagram und Twitter noch erreichbar, heißt, Videos sind von dort noch download- oder zumindest anschaubar. Wer sie auf anderen Datenträgern haben möchte, für den gibt es die Möglichkeit Berichte gegen entsprechendes Entgelt auch zu kopieren.

Gründe

Drei Erfahrungen der letzten Tage waren es, die es mir heute leichter machen, MEITINGEN.TV in den Tiefschlaf zu versetzen und zumindest von der News-Berichterstattung Abstand zu nehmen:

Als ich eine Person fragte, ob Sie denn bereit wäre für lokale Nachrichten einen Obolus von nur einem halben Euro, also gerade einmal 50 Cent, monatlich (!) zu zahlen, bekam ich ein klares „Nein“ zu hören. Schließlich sollte sich so eine Plattform laut der Person über Werbeeinnahmen finanzieren und für alle kostenlos sein, so wie ein hiesiges Printmedium. Aha, dachte ich mir. Ob diese Person auch für lau bei seinem Arbeitgeber arbeitet und ob sie auch eine Person ist, die sich als erste über lästige Werbeanzeigen aufregt? Auf die Frage, die ich der Person dann stellte, habe ich bis heute keine Antwort erhalten, was für meine Ansicht spricht: „Aber bei der [hiesiges Printmedium] zahlst Du doch sogar pro Ausgabe oder im Monats-Abo deutlich mehr. Da stört es Dich nicht zu bezahlen?“ – Schweigen.

Ich habe versucht Menschen zu finden, die mir zumindest die tägliche Arbeit der Text-News abnehmen. Drei haben sich gemeldet. Einer klickte aus Versehen auf die Stellenanzeige. Als es um einen weiteren Termin mit den beiden anderen ging und ich nochmal kurz zuvor (am Vorabend) nachfragte, ob das „Date“ noch stünde, meinte der eine, er sei krank (danke, dass er es mir auch rechtzeitig und von sich aus mitteilte – Ironie Ende) und der Zweite: „Was ist MEITINGEN.TV nochmal?“ Lachen oder heulen über so eine Frage? Kurzum: Wer mich kennt weiß, dass es für mich immer oberste Prämisse war, ist und immer sein wird mit der journalistischen Sorgfaltspflicht zu recherchieren, um unbequeme Themen auf den Tisch zu bringen. Für diese Art der Pressearbeit sind zuverlässige Menschen unerlässlich. Ich habe es daher bleiben lassen, nach weiterer „Unterstützung“ zu suchen.

Der dritte und letzte Punkt wurmt mich schon seit einiger Zeit. Diejenigen lokalen Unternehmer, die in aller Öffentlichkeit behaupten, sie wollten, dass das Geld vor Ort bleibt, kann ich nicht mehr für voll nehmen. Denn anstatt für einen deutlich faireren Preis in unserer Jobbörse für Unternehmen und Arbeitnehmer vor Ort (!) zu inserieren, zahlte man lieber das Zigfache an andere Unternehmen, die nicht in unserem Raum angesiedelt sind, sondern entweder in der Stadt oder noch weiter weg. Wie man einen Staplerfahrer über eine internationale Jobsuchmaschine finden will, und dafür Unsummen bezahlt, hat sich mir bis heute nicht erschlossen. Ein sehr gutes Beispiel und der Tropfen, der nun das Fass für mich persönlich zum Überlaufen brachte, gab mir gestern eine Gemeinde aus unserem Einzugsgebiet. Ich erhielt einen klaren Auftrag für eine Stellenanzeige dort am Ort. Als ich diese fertig hatte, um eine Freigabe bat und die Rechnung mitschickte erhielt ich die Antwort, dass das ein Versehen sein muss. Der erste Bürgermeister war der Meinung, die Stellenanzeigen seien kostenlos. Sollte eine Stellenanzeige nun mit Kosten verbunden sein, möchte man die Anzeige nicht schalten, da man schon in der Zeitung gegen Bezahlung inseriert habe. Notiz an mich selbst:  Andere Medien dürfen also scheinbar Geld verdienen. Und von der dortigen Politik bin ich mehr als enttäuscht. Wer so mit Dienstleistern umgeht, braucht sich nicht zu wundern und hier hat es im wahrsten Sinne keinen Wert.

Ich war eigentlich der Meinung, dass die Geiz ist geil-Mentalität mittlerweile weniger würde und die Menschen erkennen, dass eine gute Leistung auch gut bezahlt werden sollte. So kann man sich täuschen. Ich für meinen Teil habe und werde es mit meinen Dienstleistern, die für mich arbeiten, immer so halten, dass deren Leistung auch einen Wert hat und haben wird. Ich werde auch deren Rechnungen umgehend nach Erhalt begleichen. Das ist für mich mindestens anständig und gehört auch zu einem vernünftigen Geschäftsgebaren. jedoch musste ich ebenfalls erleben, dass einige „Geschäftsleute“ unserer Region scheinbar anderer Auffassung sind und ich meinem Geld hinterher laufen durfte. Ich schreibe hier keinesfalls von denen, die es tatsächlich einmalig im Stress vergessen haben, sondern andere „Pappenheimer“.

Ich bin froh, mir darüber künftig nur noch bedingt Gedanken machen zu müssen.

Viel Schönes erlebt

Natürlich gab es auch viele schöne Momente. So durfte ich viele interessante und tolle Menschen interviewen, Einblicke in Themen gewinnen, die dem ein oder anderen vielleicht sonst verborgen bleiben. Und ich erinnere mich auch gerne an die vielen glücklichen Gewinner unserer in Maßen gehaltenen Gewinnspiele. Mit dem ein oder anderen Bericht habe ich sogar etwas bewegen können, was mich – zugegeben – etwas stolz macht. Andere große Themen, die ich bereits anrecherchiert habe, werde ich ad acta legen. Vielleicht nimmt sich ja ein anderer, junger Idealist eines Tages diesen an. Mit einem Aufatmen wäre ich als betroffene Person also vorsichtig. Bisher kam die Wahrheit noch immer ans Tageslicht.

DANKE

Jetzt bleibt mir nur noch mich bei all denjenigen zu bedanken, die meine Arbeit zu schätzen wussten und mich in den letzten fünf Jahren unterstützt haben. Dazu zählen die Mitarbeiter der verschiedenen Polizeien im Einzugsgebiet mit ihren täglichen Presseberichten. Mit ihren Pressemitteilungen leisten sie eine tolle tägliche Arbeit. Auch wenn sie mich hier und da (mit wenigen Ausnahmen) mit erbosten Beteiligten in Erklärzwang brachten, weil sie das im Pressebericht Geschriebene anders sahen :-). Ein großes Danke auch an unsere Feuerwehren und anderen Vereine, sowie Gemeinden und Landratsämter, die leider nicht alle unser Medium für sich und Werbung für sich (z. B. im kostenlosen Veranstaltungskalender) zu nutzen wussten – schade, ich hatte ja oft genug direkt die Verantwortlichen angeschrieben und darauf aufmerksam gemacht. Danke an alle, die uns mit interessanten Meldungen zu unserer Region versorgt haben. Danke auch an die Kunden, auf die immer Verlass war und eine tolle Zusammenarbeit auch weiterhin möglich sein wird. Zuletzt möchte ich mich bei Ihnen, den Zuschauern und Lesern bedanken. Danke dafür, dass Sie die letzten fünf Jahre bei uns waren.

Filme auch künftig noch möglich

Die Film- und Fotokamera bleibt weiterhin fest in meiner Hand. Mit meiner PINK HOPPER MEDIENAGENTUR verlassen sich meine Kunden, Unternehmen aus Einzelhandel und Mittelstand, weiterhin auf meine Zuverlässigkeit und Termintreue zu fairen Preisen. Egal ob Luftbildaufnahmen des Unternehmens, Imagefilme, Produktfotos oder komplette Marketingstrategien und Social Media-Verwaltung. Wenn auch Sie dies tun oder sich einen Überblick über meine Dienstleistung verschaffen möchten, besuchen Sie mich unter pinkhopper.de. Ich freue mich den ein oder anderen wieder dort zu treffen und eine Zusammenarbeit zu starten. Und wenn auch nicht in Berichtform, so können sich Vereine gerne ein unverbindliches Angebot für das Filmen von Events oder der rechtskonformen Erstellung einer Homepage von mir geben lassen.

Man sieht sich… (bedingt).

 

PS: Für Anfragen zu Filmproduktionen und sonstigen Marketingdienstleistungen schreiben Sie mir bitte per Mail an studio@pinkhopper.de. Für einige Shootings und Filmproduktionen suchen wir immer Interessierte Statisten, Komparsen und Models aus allen Altersgruppen. Schreiben Sie uns bei Interesse an model@pinkhopper.de, um alles Weitere zu besprechen.