Wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Urkundenfälschung vor Gericht

BUTTENWIESEN

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Drei Männer stehen kommenden Freitag (27.04.2018) 08:45 Uhr unter anderem wegen gewerbsmäßigen Betrugs vor dem Augsburger Schöffengericht. Zwei der Angeklagten, 55 und 64 Jahre alt, fassten den Tatplan für die Sicherung von Grundstücken und Immobilien von den jeweiligen Eigentümern zu Unrecht eine Gebühr zu verlangen. Diese betrug bis zu 8.000 Euro. Der dritte Angeklagte (56) half den beiden anderen dabei, Geschädigte anzuwerben und zu vermitteln. Zwischen Dezember 2012 und Februar 2017 soll er den jeweiligen Eigentümern bewusst wahrheitswidrig vorgegaukelt haben, dass gemäß des „Alliertengesetzes“ kein Deutscher Eigentum an Immobilien haben könne und das Eigentum für den Fall des Untergehens der Bundesrepublik Deutschland verloren wäre.

Die Geschädigten vertrauten hierbei auf die Angaben der Angeklagten und bezahlten in einer Vielzahl von Fällen im Vertrauen auf die Richtigkeit der Angaben der Angeklagten die geforderten Gebühren. Diese Gebühren verwendeten die Angeklagten dann für ihre private Lebensführung. Insgesamt richteten die Angeklagten so einen Schaden in Höhe von 123.650 Euro an.

Auch Urkundenfälschung betrieben und Munition besessen

Ein weiteres Beschäftigungsfeld der beiden 55 und 64 Jahre alten Männer war der Verkauf von Ausweisdokumenten. Insbesondere Reichskarten, Rechtssachverständigensiegel, Amtssiegel, Amtsausweise oder Diplomatenpässe, die als geistigen Urheber und Aussteller das „Deutsche Reich“ erkennen lassen, brachten sie unter die Leute. Die Dokumente sollen so beschaffen gewesen sein, dass sie insbesondere für „Nichtamtspersonen“ und bei Kontrollen im Ausland einem Originaldokument zum Verwechseln ähnlich seien. Hierdurch nahmen die Angeklagten einen Betrag von insgesamt 153 Euro ein.

Beim 64-Jährigen wurden zudem bei einer Hausdurchsuchung 60 Patronen Munition der Marke Winchester aufgefunden, obwohl er die hierfür erforderliche waffenrechtliche Erlaubnis nicht hatte.

Die Anklage

„Die Angeklagten stehen daher wegen des versuchten gewerbsmäßigen Betrugs in zwei tatmehrheitlichen Fällen bzw. wegen gewerbsmäßigen Betrugs in drei tatmehrheitlichen Fällen in Tatmehrheit mit versuchtem gewerbsmäßigem Betrug in drei tatmehrheitlichen Fällen in Tatmehrheit mit gewerbsmäßiger Urkundenfälschung in fünf tatmehrheitlichen Fällen beziehungsweise wegen Betrugs in fünf tatmehrheitlichen Fällen in Tatmehrheit mit versuchtem gewerbsmäßigen Betrugs in vier tatmehrheitlichen Fällen in Tatmehrheit mit gewerbsmäßiger Urkundenfälschung in fünf tatmehrheitlichen Fällen in Tatmehrheit mit unerlaubten Besitzes von Munition (je nach Tatbeteiligung) vor Gericht“, heißt es in der Pressemitteilung wörtlich. Ein Fortsetzungstermin für die Verhandlung steht ebenfalls schon fest: Mittwoch, 02.05.2018, 08:45 Uhr.